Tunis - Kairouan
Abflug ab Düsseldorf nach Tunis, wo die Afrika Expedition Tunesien anfängt. Hier wartet auf uns ein neuer Citroen-Pkw.
Kairouan - Gabes - Matmata - Tamezret - Toujane
Von Kairouan über Gabes am Mittelmeer fahren wir wieder landeinwärts und gelangen zu dem berühmten Höhlendorf Matmata. Wir verbringen hier einige Stunden und sehen uns in den Wohnplätzen um, die unterhalb des Landschaftsniveaus errichtet worden sind, um sich vor Wind und Hitze zu schützen und sich vor Feinden zu verbergen. Von einem großen runden Loch gehen waagerecht viele Stollen ab, die man auch "Marhalas" nennt. Einige dieser Höhlenwohnungen sind zu Hotels umgebaut und wir lassen es uns nicht entgehen, in einem solchen Hotel, dem "Les Berbères", zu übernachten.
Wenige Kilometer von Matmata entfernt liegt Tamezret, ein weiteres typisches Berberdorf, das wir uns eingehend ansehen wollen. Es wirkt wie ausgestorben, denn wir begegnen nur ganz wenigen Menschen.
Zurück über Matmata fahren wir in östlicher Richtung in eine eindrucksvolle Berglandschaft. In dem kleinem Bergdorf Toujane legen wir eine kurze Pause ein, besuchen einen kleinen Laden und werden von einigen Einheimischen zum Tee eingeladen.
Toujane - Ghomrassen - Ksar Hadada - Chenini - Guermessa
Weiter geht es über wilde Bergpisten durch karge Landschaft und wir gelangen auf dem Weg nach Hadada zunächst zu dem Ort Ghomrassen, wo wir eine kurze Rast einlegen, um uns von dem „Geschüttele“ im Kleinwagen zu erholen.
Die Landschaftsform bleibt uns weiter erhalten und die Pisten sind immer noch relativ gut befahrbar. Als nächsten Ort erreichen wir das Berberdorf Ksar Hadada, in dem es noch viele alte Gorfas, die früher als Lagerhallen benutzt wurden, gibt.


Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Süden und wir gelangen bald zu einem weiteren landschaftlichen Höhepunkt, den Bergdörfern Chenini und Guermessa im Dahar-Gebirge.


Guermessa - Zarzis - Djerba
In östlicher Richtung geht es weiter. In dem kleinen Ort Foum-Tatahouine biegen wir in nördlicher Richtung ab und erreichen nach etwa 50 Km die Stadt Medenine. Größere Einkäufe sind erforderlich, bevor wir die nächste Etappe zur Insel Djerba angehen. Entlang der Nationalstraße 118 sind wir bald in der Oase Zarzis, im Golf von Gabes, am Mittelmeer gelegen.

Bei der Fahrt entlang des Golfs passieren wir viele Touristenhotels. Kurz danach überqueren wir den „Römerdamm“, der die Insel Djerba mit dem Festland verbindet. Wir steuern sofort die Stadt Houmt Souk, die Hauptstadt der Insel Djerba, an.
Das Leben der Stadt konzentriert sich auf den Platz "Hedi-Chaker" an dem sich gute Restaurants, viele Geschäfte und Cafes befinden. Der Zentralmarkt weist ein reiches Angebot an Obst und Gemüse auf.

Am Rande des Stadtzentrums finden wir eine Unterkunft in einer typisch im tunesischen Stil angelegten „Marhala“ oder auch "Funduq", ehemaliges Kaufmannshaus mit Lagerhalle.
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Wir brechen in Houmt Souk auf und erreichen im Südwesten der Insel den Hafenort Adjim, von dem aus die Fähre zu dem an der Nordspitze des Festlandes gelegenen Ort Djorf ablegt. Die Fahrt mit dem „BAC“ dauert nur etwa 10 Minuten.
Gabes - Kebili - Douz - Sabria - Chott el Djerid
Von Kebili aus wollen wir das Südende des Chott umrunden und dabei den in den Sandfeldern am Rande des Chotts gelegenen Oasen einen Besuch abstatten. Wir hoffen nur, dass wir von weiteren Regenfällen verschont werden, weil wir von nun an über unbefestigte Nebenpisten fahren müssen. Bald erreichen wir die ersten Sanddünen.
Unser erstes Ziel ist die bedeutende Oase Douz, die auch bei vielen Touristen beliebt ist, vor allem wegen des großen Kamel-Karawanserails. Hier besteht die Gelegenheit, einen Kamelritt zu unternehmen. Eine Attraktion ist das Baden in den heißen Quellen der Oase. Alljährlich Ende Dezember finden hier traditionelle Dromedarreiterspiele statt (Festival du Sahara). Hier werden Wettkämpfe, Reiterspiele und viel Folklore präsentiert. Abseits des Trubels besuchen wir die Moschee und den interessanten Friedhof der Oase.
Wir verlassen Douz nach einem ausgiebigen Bummel durch die Oase und machen uns über eine enge, sandige Piste auf zu der etwa 35 Km entfernten Oase Sabria. Sofort laufen die Kinder des Dorfes zusammen und umlagern unser Auto. Der Ort ist von eindrucksvollen Sanddünen umgeben. Etwas abseits gibt es eine Wasserstelle, an der Frauen sitzen und reinigen frisch geschorene Wolle.
Allmählich nähern wir uns dem Chott El Djerid und verfolgen zunächst weiter unsere Piste. Nach ungefähr 15 Km wird die Piste plötzlich sehr schlecht und wir sehen die ersten Spuren der Regenfälle der letzten Tage. Wir versuchen zunächst noch weiter zu kommen, aber es wird langsam für unseren Pkw ohne Allrad doch zu riskant, weiter zu fahren. Im Falle einer Panne können wir hier in der einsamen Gegend nicht damit rechnen, schnell Hilfe zu bekommen.
Wir treffen auf ein einsam in der Gegend „herumstehendes“ Pisten-Cafe. Um unsere Enttäuschung zu vergessen, nehmen wir erst mal einen kleinen Imbiss. Es bleibt uns nichts weiter übrig, als auf derselben Strecke nach Kebili zurück zu fahren. Wir kehren um und fahren wieder nach Douz, wo wir übernachten. Nach dem Einkauf machen wir ein Stadtrundgang und finden im Hotel „Les Sahariens“ eine Bleibe.
Douz - Kebili - Touzeur
Von Douz über Kebili fahren wir Richtung Chott El Djerid. Bevor die Allwetterstraße über den Salzsee beginnt, bietet sich ein interessanter Abstecher zur Oase Fatnaza und zu der in den Dünen gelegenen Moschee eines Marabout.
Über einen schmalen Damm, der gerade die Breite einer Straße hat und schnurgerade über den Salzsee des Chott führt (64 Km), erreichen wir das andere "Ufer" des Chott und fahren zunächst zur Oase Touzeur.
In Touzeur, einer bedeutenden, touristisch geprägten Oase, machen wir einen ausgiebigen Stadtbummel und besuchen auch die riesige Palmeria, einen Palmenhain mit tausenden Palmen. Dies ist die größte Oase des Chott, 10qkm groß, und zeichnet sich, wie auch die Oase Nefta, die wir als nächstes besuchen werden durch ihre Architektur aus. Häuser, Bögen und Tore sind aus kunstvoll versetzten ockerfarbenen Lehmziegeln gebaut.

Touzeur - Nefta - Chebika - Tamerza - Mides
Von Touzeur aus geht es auf guter Straße zu dem Oasenort Nefta, der nur etwa 30 Km von der algerischen Grenze entfernt liegt. Mittelpunkt der Oase ist auch hier der große Palmenhain, der in einer tiefen Mulde, der „Corbaille“ (der Korb), liegt. Wir streifen durch den Hain und schauen uns das umfangreiche Bewässerungssystem an. Wir treffen dort Bewohner der Oase, mit denen wir einige Zeit verbringen und uns deren Behausungen anschauen.



Wir steigen aus der angenehmen Kühle des Palmenhains wieder an die „Oberfläche“ und schauen uns jetzt in dem Ort um. Bevor wir morgen weiterfahren, müssen wir unsere Vorräte überprüfen und ergänzen. Bei der Suche nach einem Nachtquartier stoßen wir auf das etwas außerhalb liegende Hotel „Les Nomades“ und quartieren uns hier ein. Zurück nach Touzeur biegen wir dort ab zum Grenzgebiet Tunesien-Algerien. Wir streifen die Randgebirge des Chott El Rharsa. Ziel sind jetzt die Oasen Chebika und Tamerza. Die ganze Zeit fahren wir durch Wüsten- und Berglandschaft. Wir nutzen eine Rast, um die Landschaft in Ruhe betrachten zu können.
Wir nähern uns der Bergoase Chebika mit ihren Palmenhainen und Felsformationen, die zu einem ausgedehnten Rundgang einladen. Sie liegt in einem der schönsten Berglandschaften Tunesiens, dem Djebel En Negueb, wo riesige Wassermassen in früherer Zeit tiefe Schluchten in den Felsen hinterlassen haben.





Es war ein eindrucksvolles Erlebnis, das Leben in einer ursprünglichen Oase zu beobachten und sind jetzt natürlich ganz besonders gespannt, die Oase Tamerza zu besuchen. Kurz vor Tamerza kommen wir an der Ruinenstadt Alt-Tamerza vorbei. Der Ort wurde verlassen, als Bergbäche nach schweren Regenfällen über die Ufer traten, die Häuser überfluteten und die Menschen vertrieben.
Tamerza ist die größte der drei Bergoasen Chebika, Mides und Tamerza. Unter den Römern wurde die Oase als Befestigung der Grenzlinie nach Algerien gegründet.
hat all unsere Erwartungen mehr als übertroffen. Wir sind jetzt gespannt, was uns in der nahe gelegenen Schlucht von Mides, der kleinsten der Bergoasen erwartet. Die Midesschlucht hat eine Länge von ca. 18 Km, die man bei Niedrigwasser zu Fuß durchwandern kann. Sie verläuft bis in algerisches Gebiet hinein. In dieser gigantischen Felsenlandschaft wollen wir über Nacht bleiben und können jetzt zum ersten Mal das Zelt und die mitgebrachte Campingausrüstung zum Einsatz bringen.
An einem Felsvorsprung mit Blick in die Schlucht bauen wir das Zelt auf und errichten das Camp. Einer von den Bewohnern des nahe gelegenen Dorfes besorgt uns einen Stapel trockener Palmenwedel, damit wir am kühlen Abend ein wärmendes Feuer machen können.


Wir genießen den Abend am großen Lagerfeuer am Rande der Schlucht bei tunesischem Wein und Datteln bis spät in die Nacht.

Am nächsten Vormittg bleiben wir noch an diesem schönen Platz. An einer geeigneten Stelle steigen wir zur Talsohle des Canyons, wo das Quellwasser der Oase fließt, hinunter. Wir wandern ein Stück durch den Canyon und sind von den senkrecht in den Himmel ragenden Felswänden beeindruckt. Danach bauen wir das Camp ab und treten die Weiterreise an. Heute haben wir keine große Fahrstrecke vor uns.
Mides - Seldja - Gafsa
Leider müssen wir den „goldenen Westen“ Tunesiens verlassen und fahren zurück zum Mittelmeer. Nach kurzer Fahrzeit erreichen wir die Seldja-Schlucht und gehen bei einer Rast auf Erkundung. Das Gebiet der Schlucht ist nur durch unwegsames Geröll zu erreichen. Der Blick auf die steilen Felswände ist schon fast angsterregend, da man sich sehr klein und hilflos vorkommt. In der Mitte der Schlucht fließt ein Bach.
Wir fahren zurück zur Hauptpiste, passieren die Industriestadt Metlaoui und sind nach weiteren 50 Km in der Oasenstadt Gafsa. Wir besuchen dort die berühmten römischen Bäder und die Palmeria. Nach kurzer Suche haben wir auch im Stadthotel „Gafsa“ eine Bleibe für die Nacht gefunden.
Gafsa - Sfax - Kerkennah Inseln


Wir machen uns langsam auf zum Hafen und wollen dort die letzte Stunde vor der Abfahrt mit einer Vesperpause verbringen.



Am späten Nachmittag erkunden wir die Insel und machen immer wieder eine kurze Rast, um besonders schöne Küstenabschnitte zu genießen. Danach suchen wir uns ein Hotel auf den Inseln, als Übernachtungsort aus. Wir waren bereit, hierfür etwas tiefer „in die Tasche zu greifen“, um ein wenig Komfort zu genießen, doch leider fiel dort das Wasser aus und das Essen war weit unterdurchschnittlich. Deswegen blieben wir statt der vorgesehenen zwei Nächte nur eine Nacht.



Kerkennah - Sfax - El Djem
Die Überfahrt mit der Fähre nach Sfax dauert eine Stunde. Wir machen noch einen letzten Gang durch die schmalen Gassen der Kasbah, bevor wir am Nachmittag nach El Djem fahren. Auf guter Piste haben wir die 60 Km schnell bewältigt.
Im Schatten des berühmten römischen Amphitheaters liegt das Hotel „Julius“, in dem wir die Nacht verbringen. Am Abend essen wir im Hotelrestaurant, in dem sehr gute Fischgerichte angeboten werden. Auch der Feigenschnaps „Eau de Vie de Figue“ (Lebenssaft aus Feigen) ist nicht zu verachten – stark aber gut verträglich. Am nächsten Morgen nehmen wir das Amphitheater und die angrenzende Altstadt von El Djem genauer „unter die Lupe“, bevor wir Richtung Kairouan nach Norden weiterfahren.
El Djem - Dougga - Borj el Amri
Wir verlassen El Djem, fahren in nördlicher Richtung und erreichen nach ca. 120 Km erneut die Stadt Kairouan, wo wir auf der Hinfahrt bereits die erste Nacht verbracht haben. Weiter führt uns der Weg durch die Bergregionen des Djebel Zaghouan. Es ist eine eindrucksvolle, stille und warme Landschaft. Weiter geht es über El-Fahs.
Von hier fahren wir in westlicher Richtung und erreichen nach ca. 70 Km die alte Römerstadt Dougga, die am besten erhaltene römische Siedlung in Afrika. Sie liegt auf der antiken Straße von Karthago nach Tebessa/Algerien. Ihr Überleben verdankt die römische Stadt der Vergessenheit. Kaum einer verirrt sich hierher und kennt die historische Bedeutung.
Es fällt uns schwer, hier am späten Nachmittag wegzufahren, aber es wird sicher einige Zeit dauern, in dieser Gegend eine Unterkunft zu finden. Daher müssen wir rechtzeitig mit der Suche beginnen. Kurz vor Tunis, im Ort Borj el Amri, gehen wir in das Hotel "Le Maghreb" und verköstigen uns, wie schon oft vorher, selbst.
Borj el Amri - Karthago - Sidi Bou Said - Tunis
Nach drei Wochen Fahrt, kreuz und quer durch Tunesien kommen wir wieder in Tunis an. Zuerst ist Karthago angesagt. Besichtigung der römischen Bäder mit Solarien, Kaldarien, Villen, römischen und punischen Hafenanlagen.
Den Nachmittag verbringen wir in dem bezaubernden kleinen Ort Sidi Bou Said. Ein weißes Dörfchen, das uns auch an andalusische Architektur erinnert.
Vom Hotel "Amilcar" in Karthago fahren wir direkt zum Flughafen. Wir geben hier den Wagen ab. Er hat uns in der ganzen Zeit gut zur Seite gestanden. Nachmittags fliegen wir zurück.
Reminiszenz.......
„Kann der moderne Reisende die Werte einer Welt, in der Ehre und Würde ihren eigentlichen Sinn bewahrt haben, überhaupt verstehen?
Ist er überhaupt empfänglich für die Einfachheit der Gesten, für die Knappheit des Wortes?
Wird es ihm gelingen, hinter der äußersten Dürftigkeit des Menschen und der Härte seines Gesichtes bis zu seiner edlen Seele vorzustoßen?
Jedenfalls wird er nicht gleichgültig bleiben, gegenüber einer Welt, die sich ihm so neu und so farbenreich auftut“.
(Text eines unbekannten Dichters)























































































